Stichwort: Lausanner Bewegung und Lausanner Verpflichtung
25. August 2007 von kp
Die Lausanner Bewegung ist eine internationale evangelikale Bewegung. Ihr Anfang war 1974 als unter der Führung des US-amerikanischen Evangelikalen Billy Graham 2500 evangelikale Führer aus 150 Ländern in Lausanne zusammentrafen. Thema dieses ersten Treffens war “Alle Welt soll Sein Wort hören”.
Weitere wichtige Konferenzen und Foren der Lausanner Bewegung fanden 1989 in Manila mit 4 300 Teilnehmern und 2004 im thailändischen Pattaya statt
Der deutsche Zweig der Lausanner Bewegung ist die Lausanner Bewegung Deutschland, die sich als “Koalition für die Evangelisation in Deutschland” versteht. Vorsitzende ist die Pfarrerin Birgit Winterhoff (Evangelischen Kirche von Westfalen). Den stellvertretenden Vorsitz hat unter anderem Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz.
Dieser deutsche Zweig wurde 1985 gegründet. Federführend waren und sind bis heute die Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste und die Deutsche Evangelische Allianz, die mit Horst Marquardt (damals Direktor des Evangeliums-Rundfunks in Wetzlar) von 1986 bis 1999 den Vorsitz hatte. Horst Marquardt, damals Gründungsvorsitzender, ist heute Ehrenvorsitzender der Lausanner Bewegung. Die Deutsche Evangelische Allianz setzt sich nach eigenen Worten “für eine christliche Leitkultur in Deutschland ein”.
Lausanner Verpflichtung
Wichtigstes Dokument der Lausanner Bewegung ist die Lausanner Verpflichtung, die breits aus dem ersten Treffen 1974 hervorging. Kern des Dokuments ist die “unvollendete Aufgabe der Evangelisation” zu Ende zu führen.
Inhalten und Ziele der Lausanner Verpflichtung, der sich bis heute zahlreiche weitere evangelikale Organisationen angeschlossen haben, sind im Kern vor allem missionarisch. Im folgenden einige Auszüge der Lausanner Verpflichtung, die sowohl das missionarische, wie auch das religiöse Selbstverständnis der Lausanner Bewegung zeigen:
“Einleitung
Die unvollendete Aufgabe der Evangelisation fordert uns heraus. (…) Durch Seine Gnade sind wir entschlossen, dem Auftrag Jesu Christi zu gehorchen, indem wir Sein Heil der ganzen Menschheit verkündigen, um alle Völker zu Jüngern zu machen.
2. Die Autorität der Bibel
Wir halten fest an der göttlichen Inspiration, der gewissmachenden Wahrheit und Autorität der alt- und neutestamentlichen Schriften in ihrer Gesamtheit als dem einzigen geschriebenen Wort Gottes. Es ist ohne Irrtum in allem, was es bekräftigt und ist der einzige unfehlbare Maßstab des Glaubens und Lebens. (…)
5. Soziale Verantwortung der Christen
(…) Dennoch bekräftigen wir, dass Evangelisation und soziale wie politische Betätigung gleichermaßen zu unserer Pflicht als Christen gehören.
6. Gemeinde und Evangelisation
Wir müssen aus unseren kirchlichen Ghettos ausbrechen und in eine nichtchristliche Gesellschaft eindringen.
8. Gemeinden in evangelistischer Partnerschaft
Wir freuen uns, dass ein neues Zeitalter der Mission angebrochen ist.
9. Dringlichkeit der evangelistischen Aufgabe
Über 2,7 Milliarden Menschen, mehr als zwei Drittel der Menschheit, müssen noch mit dem Evangelium bekannt gemacht werden. (…)”
Schriften und Publikationen der Lausanner Bewegung Deutschland
Die Schriften der Lausanner Bewegung Deutschland gelten sozusagen als programmatisch für die evangelikale Bewegung in Deutschland. Diese Schriften können auf der Homepage der Lausanner Bewegung Deutschland heruntergeladen werden. Zu finden sind dort neben der Lausanner Verpflichtung, dem Manifest von Manila und einem Rückblick auf 25 Jahre Lausanner Bewegung vor allem Schriften und Arbeitshilfen, die sich mit dem Islam auseinandersetzen und vom Arbeitskreis Islam veröffentlicht werden. Gegründet wurde der Arbeitskreis Islam von der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen und der Deutschen Evangelischen Allianz; ergänzt wird er durch das Institut der Lausanner Bewegung für Islamfragen (Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz). Vorsitzender des Instituts für Islamfragen ist Horst Marquardt, wissenschaftliche Leiterin unter anderem Dr. Christine Schirrmacher.
Lesen Sie dazu auch meinen Kommentar zum Fatwa-Archiv des Instituts für Islamfragen in diesem Blog