Scientology: Wie gefährlich ist die Psychosekte?
22. September 2007 von kp
heißt das Thema am 25. September 2007 um 22:45 Uhr in “Menschen bei
Maischberger”, lesen Sie auch hier im Blog meinen Artikel über die Sendung
Gäste sind:
- Ursula Caberta (Diplom-Volkswirtin, Verwaltungsangestellte, Leiterin der Hamburgischen Arbeitsgruppe Scientology),
- Jürgen Fliege (Pfarrer und TV-Moderator )
- Günther Beckstein (Bayerischer Innenminister, CSU)
- Werner und Gaby Hubeny (ehemalige Scientologen) und
- Hubert Seiwert (Religionswissenschaftler)
Der Titel “Scientology: Wie gefährlich ist die Psychosekte” zeigt bereits deutlich die Marschrichtung. Die Verwendung des Begriffs “Psychosekte” - in der religionswissenschaftlichen Forschung obsolet - lässt bereits im Vorfeld wenig Spielraum. Konsequenterweise wird im Titel dann auch nicht mehr gefragt, ob nun Scientology gefährlich ist oder nicht, sondern lediglich “wie gefährlich”.
Frau Caberta, Religionswissenschaftlern mit Spezialgebiet Neue Religionen allseits bekannt, wird mal wieder nicht mit ihrem eigentlichen Beruf vorgestellt sondern als “Scientology-Expertin” - bekanntermaßen keine Berufsbezeichnung. Ähnlich gilt dies auch für Werner und Gaby Hubeny, die als “Scientology-Aussteiger” bezeichnet werden - ebenfalls kein Beruf. Bei einer Internetrecherche nach Werner und Gaby Hubeny stieß ich auf die Seite Nikken Europe Wellnessberater. Übrigens: “ehemalige Scientologen” wäre nicht viel länger gewesen - hört sich aber leider nicht so reißerisch an und ist weniger medienwirksam.
Geladen wird auch der Religionswissenschaftler Hubert Seiwert.
Immerhin mal ein echter Religionswissenschaftler, denn nicht überall wo Religionswissenschaftler drauf steht steckt auch einer drin. Verfolgt man die Tagespresse, so werden je nach Bedarf Theologen auch schon mal Religionswissenschaftler genannt oder nennen sich selber so. Aber diese “Bedarfsreligionswissenschaftler” werde ich hier noch an anderer Stelle thematisieren.
Kommen wir zurück zum Thema.
Der Leipziger Professor für Religionswissenschaft
vermisst (nach wie vor - Anm. KP) den Beweis, dass von Scientology eine Gefahr für die freiheitliche Grundordnung ausgeht.
Seiwert war 1998
Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestags für Sekten und Psychogruppen,
liest man in der Personenbeschreibung bei dasErste.de.
Nun hieß diese Enquete-Kommission, die 1998 ihren Bericht vorstellte, eigentlich:
Sogenannte Sekten und Psychogruppen
In einer Pressemitteilung äußerte sich der damalige Vorsitzende des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes (REMID) zum Ergebnis der Kommission damals wie folgt:
Die im Abschlußbericht der Kommission vorgestellten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen muß man mit einem lachenden und einem weinenden Auge kommentieren. Lachend, weil das zentrale Ergebnis der Kommissionsarbeit darin besteht, daß keine besonderen Gefahren von sog. Sekten ausgehen. Weinend, weil die Kommissionsmehrheit trotzdem weitreichende Handlungsempfehlungen formuliert hat, die genau das Gegenteil suggerieren. Damit schließt sich REMID in der Bewertung der Kommissionsarbeit dem Sondervotum von Bündnis 90/Die Grünen an.
Der Bericht der Enquete-Kommision aus dem Jahr 1998 kann hier als PDF heruntergeladen werden. Das Sondervotum, verfasst u.a. von Hubert Seiwert, gibt es soweit ich weiß nur noch auf CESNUR.
Caberta und Seiwert kennen sich bereits seit der Enquete-Kommisssion, da beide zu den Sachverständigen gehörten.
Sollte diese Sendung nach Ausstrahlung als Videostream vom Ersten zur Verfügung gestellt werden, werde ich darüber informieren.
Weiter mit Scientology: Keine anderen Maßstäbe als bei anderen Religionen anlegen
