Stichwort: Das jüdische Sukkot (Laubhüttenfest)
3. Oktober 2007 von kp
Nach jüdischem Festkalender endet heute das Laubhüttenfest.
Sukkot wird sieben Tage lang gefeiert. Hinzu kommt ein achter Tag (Simchat Tora), der das Fest abschließt und als eigenes Fest angesehen wird. Es gehört zu den Schalosch Regalim, was soviel wie “drei Fußreisen” bedeutet. Die anderen beiden sind Pessach und Schawuoth. Zu diesen drei Festen fanden früher Wallfahrten nach Jerusalem statt.
Das Laubhüttenfest wird am fünfzehnten Tag des siebenten Monats des jüdischen Kalenders gefeiert (3. Mose 34). Sukkot ist also Wallfahrtsfest und Erntefest bzw. Erntedankfest zugleich und gehört entsprechend zu den jahreszeitlichen Festen der Religionen.
Die ersten zwei Tage und die letzten zwei Tage von Sukkot sind die hohen Feiertage. Die Toralesungen bestehen aus der Haftara, in der von der Errichtung des Salomonischen Tempels berichtet wird. Außerdem werden Verse aus Sacharja und Ezechiel gelesen.
Symbole - Feststrauß und Laubhütte
Zu Sukkot wird nach den Gesetzen über die jährlichen Feste ein besonderer Feststrauß gebunden. In Mose 3.40 heißt es:
Ihr sollt am ersten Tag Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott.
Entsprechend besteht dieser Strauß aus der
- Frucht des Zedrat-Zitronenbaums, die essbar sind und gut schmecken und duften
- den Zweigen der Dattelpalme, deren Frucht essbar ist und gut schmeckt, aber nicht duftet
- den Myrtenzweigen, die nach nichts schmecken aber gut duften und den
- Bachweidenzweigen, die weder gut schmecken noch riechen, aber nützlich sind
Fehlt ein Teil, so ist der ganze Strauß wertlos und symbolisiert nach rabbinischer Deutung nicht mehr eine der vier Gruppen der Menschheit:
- Menschen mit Verstand und Güte (Schmackhaftigkeit und guter Geruch)
- Menschen, die nur Verstand haben (sie bringen die Gemeinschaft voran)
- Menschen, die nur liebenswürdig sind (sie machen die Welt angenehm)
- Menschen, die keine dieser Fähigkeiten haben, aber für eine funktionierende Gesellschaft benötigt werden.
Hinzu kommen je nach Glaubensrichtung noch, dass ein solcher Strauß ebenfalls religiös wertlos ist, wenn ein Teil von ihm gestohlen wurde, abgebrochen oder zerrissen ist oder er von einer Stadt kommt dessen Bewohner ungläubig sind.
Während der Danklieder des Gottesdienstes wird dieser Strauß in die vier Himmelsrichtungen sowie nach oben und unten geschüttelt. Im Zentrum steht der Mensch, der so die Symbol der Zahl sieben vervollkommnet.
Ein weiteres wichtiges Symbol von Sukkot ist die Laubhütte, die dem Fest auch seinen Namen gab.
Die Sukka wird speziell für dieses Fest unmittelbar vorher errichtet und besteht aus Zweigen und Laub. In ihr wird während des Festes und bei gutem Wetter das Festtagsmahl gegessen. Ursprünglich war die Sukka lediglich als Schutz während der Erntezeit gedacht. Sie wurde jedoch in der Tora sozusagen symbolisch aufgewertet (3. Mose 23:42-43). Die Laubhütte steht für die Hilfsunterkünfte in denen die Juden nach ihrem Auszug in Ägypten und während der Wanderung durch die Wüste gelebt haben.
Die Frage, ob eine alte Sukka (eine die dreißig Tage vorher gebaut wurde) religiöse zulässig ist, wird je nach Lehrmeinung unterschiedlich beantwortet. Die einen halten eine solche Hütte für unzulässig, während andere sie dann für zulässig halten, wenn die Hütte zwar bedeutend früher erbaut wurde, jedoch speziell für Sukkot.
