Uni Marburg eröffnet Centrum für Nah- und Mittelost-Studien
12. Dezember 2007 von kp
Gestern wurde an der Philipps-Universität in Marburg offiziell das neue “Centrum für Nah- und Mittelost-Studien” eröffnet. In den kommenden Jahren wid das Centrum von der Hessischen Landesregierung mit 3,6 Millionen Euro unterstützt.
In der offiziellen Zielvereinbarung zum Aufbau des “Orientzentrums” mit geplanten sieben Professoren und insgesamt 20 Mitarbeitern heißt es:
Das CNMS wird keine isolierte Einrichtung sein, sondern in vielfältiger Weise mit Einrichtungen ereits etablierter human- und naturwissenschaftlicher Kompetenzfelder in Forschung und Lehre zusammenarbeiten: Im humanwissenschaftlichen Bereich werden sich Synergien .a. mit der Ägyptologie, der Archäologie, der Theologie, den Religionswissenschaften (sic!), der Geschichtswissenschaft, der vergleichenden Sprachwissenschaft, der Friedens- und Konfliktforschung sowie der entwicklungsländerbezogenen Wirtschafts- und Politikwissenschaft ergeben.
Im Centrum für Nah- und Mittelost-Studien sind die folgenden Fachgebiete vertreten:
- Altorientalistik
- Ägyptologie
- Arabistik
- Islamwissenschaft (ehemals Gießen)
- Iranistik
- Politik des Nahen und Mittleren Ostens
- Semitistik
- Türkische Studien (in Zusammenarbeit mit der Universität Gießen)
- Vorderasiatische Altertumskunde und
- Wirtschaft des Nahen und Mittleren Ostens
Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten.
Im Zuge des Aufbaus der geisteswissenschaftlichen Regionalzentren, verbunden mit einem Umzug ganzer Fachgebiete, krachte es erheblich.
So musste die Osteuropäische Geschichte in das ebenfalls neu errichtete Osteuropazentrum umziehen. Professor Stefan Plaggenborg (ehemals Marburg, heute Professor für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum) äußerte sich am 20.11.2007 äußerst kritisch in der FAZ und sprach “von der Zerstörung eines Studienortes“, von däumchendrehenden Mitarbeitern in Gießen, Dilettantismus und Maulkörben. Unwidersprochen blieb Plaggenborg allerdings nicht und erntete für seinen öffentlichen Vorstoß unter anderem Kritik von Seiten des Marburger Anglistik-Professor Rüdiger Zimmermann, der Plaggenborgs Äußerungen nahe an Rufschädigung sieht.