Der Kolonialismus lebt weiter
21. Februar 2008 von kp
schreibt antropologi.info und kritisiert die Darstellung “nicht-westlicher Kulturen”, z.B. auf den Seiten der TV-Sendung Planet Wissen.
Manche Begriffe scheinen tatsächlich unkaputtbar zu sein. Zu diesen gehört sicherlich der Begriff “Naturvölker”, der immer noch entweder romantisierend als “Gemeinschaft Edler Wilder in ewiger Harmonie mit der Natur” oder - ebenfalls implizit wertend, zumindest aber unüberlegt - als Gegensatz zu Kulturvölkern (”wir” haben Kultur, “die” “nur” Natur) verwendet wird.
Der Kolonalismus lebt weiter in Berichten über die sogenannten nicht-westlichen Ländern,
so Lorenz Khazaleh von antropologi.info
Ich musste beim Lesen des Beitrags auf antropoligi.info augenblicklich an die Kritik dieser Form der Darstellung anderer Kulturen z.B. durch Horace Miner (1956) denken, der mit “Body Ritual Among the Nacirema” gekonnt gewisse Sichten auf die sogenannten nicht-westlichen Kulturen persiflierte. Dem “Body Ritual Among the Nacirema” folgten damals unter anderem die folgenden Artikel:
- The Mysterious Fall of the Nacirema
- Religious Basis for Nacirema Body Ritual
- The Nacirema Ritual of Msissicran
- The Nacirema and the Tsiruot (PDF)
- A look at the Nacirema people, anthropology and history at their bizarre human behavior (5 Teile)
Und da dieser seltsame halbnomadische Stamm ja demnächst ihren “Hohepriester” bestimmt, wird es ohnehin Zeit sich mit diesem Volk zu beschäftigen ;-)
Wo wir gerade bei der Darstellung “Anderer” sind, möchte ich abschließend noch auf die folgende scharfe Satire in welt online vom 31.1.2008 aufmerksam machen: “Feindbilder deluxe: Warnung! So gefährlich ist der Buddhismus”.