Katholische Karfreitagsliturgie sorgt für Empörung
19. März 2008 von kp
Im vorigen Sommer erlaubte Papst Benedikt XVI den Pfarreien, die die dies wünschen, das Feiern der Messe nach dem alten lateinischen Ritus auf der verbindlichen Grundlage des vorkonziliaren Römischen Messbuches (Missale Romanum) von 1962 und ist damit auf dem besten Weg sich mit den Vertretern des Judentums zu überwerfen.
Grund der in den letzten Wochen immer stärker Empörung ist die im Messbuch enthaltene und am Karfreitag gesprochene Fürbitte sowie die im Februar von Papst Benedikt entwickelte “geglättete” Form:
“Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott, unser Herr, ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen. (Hervohebung KP) [Beuget die Knie. - Erhebet Euch.] Allmächtiger ewiger Gott, der du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, gewähre gnädig, dass beim Eintritt der Fülle der Völker in deine Kirche ganz Israel gerettet wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.”
Wenngleich Papst Benedikt diesen Fürbittentext nur für Orden und ähnliche Gemeinschaften erlaubte und dies auch nur “in ihren eigenen Kapellen”, selber nicht für eine religiöse Umkehr der Juden bitten wird und die Fürbitte gemäß der erneuerten Karfreitagsliturgie mit folgendem Text spricht:
Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will. (…)
hat bereits die italienische Rabbinervereinigung den Dialog mit Rom vorerst abgebrochen. Auch katholische Kreise kritisieren die neue Fürbitte. So nahm der “Gesprächskreis ,Juden und Christen’ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken” (ZdK)” wie folgt Stellung (zit. nach taz):
“Das Gebet für die Juden hatte seit dem Mittelalter am Karfreitag zu harten Demütigungen und gefährlichen Ausschreitungen gegen die ,perfiden’ und ,verblendeten’ Juden geführt. Dieses Vokabular traditioneller Judenfeindschaft kommt in der neuen Fürbitte zwar nicht vor, aber die dort formulierte Hoffnung auf die Erleuchtung der Herzen der Juden hat alte jüdische Ängste wieder wachgerufen.”
Weiterlesen beim Schweizer Tagesanzeiger und bei der taz.