Wilders’ Video “Fitna the Movie” seit gestern online
28. März 2008 von kp
Nachdem Wilders monatelang seinen Film “Fitna the Movie” ankündigte ist der bereits im Vorfeld heiß umstrittene und diskutierte Film seit gestern im Internet vorhanden. Wilders, der den Koran als “faschistisches Buch” ansieht und mit Hitlers “Mein Kampf” vergleicht, veröffentlicht das Video auf der Plattform LiveLeak.
“Fitna the Movie” beginnt mit einer Warnung vor “schockierenden Bildern” und ist wesentlichen eine Collage aus Koransuren, Bildern terroristischer Anschläge, Fotos von Hinrichtungen aus islamischen Ländern und Ausschnitten aus Hasspredigten radikaler islamischer Prediger. Es endet mit den Worten
“1945 wurde der Nationalsozialsmus in Europa geschlagen. 1989 wurde der Kommunismus in Europa geschlagen. Jetzt muss die islamische Ideologie geschlagen werden”
und dem Aufruf: “Stoppt die Islamisierung. Verteidigt unsere Freiheit”.
Seit der Veröffentlichung am gestrigen Abend wurde die holländische Fassung des Videos 2.915.856 Mal und die englische Fassung 2.662.569 Mal abgerufen (Stand 28. März, 9 Uhr 30). Die holländische Regierung hatte sich bereits gestern Abend von dem Film distanziert.
Dass der Film Koran mit Terrorismus gleichsetzt, keine Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten macht und suggeriert, dass Terrorismus typisch für “den Islam” sei ist nun für die Haltung sogenannter “Islamkritiker” nicht neu und - mit Verlaub - auch nicht besonders originell sondern eher typisch. Wer diese Szene beobachtet und sich deren Video-Ausflüsse z.B. auf YouTube einigermaßen regelmäßig anschaut - oder besser antut - hat eigentlich alles in dieser Form und weitaus provokativer schon einmal gesehen. Dort überschlägt man sich größtenteils selbstverständlich vor Begeisterung und einige sind so “richtig glücklich”.
So richtig widerlich, perfide und geschmacklos - man verzeihe mir diese persönlichen Worte - sind erste Statements in denen die Hoffnung kundgetan wird, dass es nun zu Ausschreitungen von Seiten “der Muslime” kommen möge. Damit könne dann der Beweis geführt werden, dass Wilders Recht habe.
Allerdings sind zumindest die niederländischen Islamverbände wenig geneigt solchen “islamkritischen Hoffnungen” zu entsprechen und erklärten nach der Veröffentlichung von “Fitna the Movie”, dass der Film “nicht so schlimm (sei) wie erwartet”. Der Stern schreibt:
Ein Sprecher der Muslime, Yusuf Altuntas, erklärte, Wilders teste mit dem Film die Grenzen, überschreite sie aber nicht. “Für Herrn Wilders ist das schon recht subtil.”
Der Islamwissenschaftler Maurits Berger von der Universität Leiden beurteilt (ebenfalls laut Stern) das Video wie folgt:
“Er (Wilders, KP) zeige nur Bilder, “die wir alle schon kennen”. Der Film sage mehr über Wilders, als über den Koran.
Wie auch immer man den Film einschätzt und einschätzen wird, ob und welche Auswirkungen er auch immer haben wird, er als Symbol der Meinungsfreiheit oder als Hetze angesehen wird, man ihn als legitime Kritikform ansieht oder als Missbrauch der Opfer terroristischer Anschläge für (rechts)populistische Zwecke: Ärger bekommt Wilders allemal.
Der Zeichner der dänischen Muhammadkarikatur (Kurt Westergaard), die Muhammad mit einem Zünder am Turban zeigt, erwägt rechtliche Schritte.
Westergaard kündigte an Wilders, der die Karikatur unbekümmert in seinem Video verwendet, wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht zu verklagen und will nach n-tv per einstweiliger Verfügung ein Verbot des Films erwirken.
“Die Zeichnung entstand in einem bestimmten Zusammenhang”, Wilders könne sie “nicht einfach benutzen. Da geht es nicht um freie Rede, sondern um Urheberrechte”
zitiert der Spiegel den Zeichner.
Viel nutzen würde dieses Verbot allerdings nun nicht, da der Film seit gestern bereits massenhaft kopiert wurde und bereits auf weiteren Plattformen zur Verfügung steht. Das Original steht in englischer Fassung auf LiveLeak: Fitna the Movie .
In eigener Sache und aus aktuellem Anlass
Ich werde hier keine Kommentare dulden, in denen eine bestimmte Gruppe von Menschen durch Vergleiche herabgewürdigt wird, die eine “Invasion” suggerieren. Genauso, wie man meint man habe auch in diesem Fall ein Recht auf die eigene Meinung meine ich, dass ich hier Hausrecht habe und behalte es mir in diesen Fällen vor solche Kommentare nicht bloß zu editieren sondern gar nicht freizuschalten. Einstweilen ist der Kommentarbereich für diesen Beitrag geschlossen.
Ich finde Widners ist einer der (leider) wenigen Politiker der genügend Courage gezeigt hat um sich über dieses nicht übersehbare Problem zu äußern. (edit. kp)