Faithbook - Interreligiöser Dialog 2.0
5. Juni 2008 von kp
Auf der Social Media (s.u.) Plattform “Facebook” startete am 2. Juni 2008 die Gruppe “Faithbook”. Initiiert wurde Faithbook von The Movement for Reform Judaism, unterstützt vom Muslim Institute (Link folgt).
Erklärtes Ziel von Faithbook ist der Kampf gegen den religiösen Extremismus und dessen Erscheinungsformen, vor allem und gerade unter den Bedingungen des Web 2.0, sowie die Förderung des interreligiösen Dialogs:
“Faithbook is where we harness the positive power of the net, the different religions’ sacred texts or ‘faith books,’ to share, learn and build inter faith relationships.“
Times online schreibt:
“It aims to be a place for debate about religious issues and allows members to upload photos, start discussions and add notes. Pictures of the sacred texts of the major religions are also on display and prayers for international and interfaith “understanding” are written on the page.”
Faithbook hat seit dem 2. Juni eine beständig wachsende “Fan”gemeinde. Hatte Faithbook seit dem Start der Gruppe vom 2. auf den 3. Juni am frühen Morgen und laut Times online erst 23 Fans (so heißen bei Facebook die Mitglieder einer Gruppe), waren es nach Angaben des österreichischen Standard am 4. Juni bereits mehr als 200. Inzwischen haben sich über 300 Facebooknutzer in die Gruppe eingetragen (Stand 5. Juni, 16:00 Uhr).
Im integrierten Diskussionsforum wird z.B. über die folgenden Themen diskutiert:
- Counterin Extremism through the use of new media
- Faith and the media - how can we all do better
- Contemporary Prayers
Allerdings ist die aktive Beteiligung der Mitglieder noch sehr gering. Bisher finden sich gerade einmal knapp über 120 Diskussionsbeiträge.
Die Faithbook-Mitglieder haben bisher vier Fotoalben angelegt. Obwohl die Möglichkeit des Hochladens und Austauschens von Fotos noch nicht sehr intensiv genutzt wird, gibt es doch bereits einige wenige Fotos in guter Qualität von verschiedenen Heiligen Büchern (Koran, Tora und Bibel) sowie qualitativ sehr gute Fotos von der “Sacred Exhibition” der British Library.
Die Aktivitäten der Gruppe können über einen sogenannten Mini-Feed verfolgt werden. Dieser steht jedoch - ebenso wie das gesamte Faithbook - nur registrierten Facebook-Nutzern zur Verfügung. Entsprechend benötigen Interessierte zum Beteiligen an oder Beobachten der Gruppe einen Facebook-Account.
Von offiziell-christlicher Seite hat sich bisher nur Simon Barrow von Ekklesia geäußert, der die Gruppe mit den Worten “just another Facebook group” kritisierte.
Ob es sich bei Faithbook tatsächlich lediglich nur um eine neue Facebook-Gruppe handelt oder ob dort - zumal unter den Bedingungen des webbasierten Netzwerkens - effektive Handlungsperspektiven und -strategien gegen religiösen Extremismus im Web entwickelt werden bleibt abzuwarten.
Begriffserklärungen
Social Media
Definition der neu gegründeten “Arbeitsgemeinschaft Social Media” laut Satzung als
“(…) interaktive Anwendungen wie Weblogs, Wikis, Communities, Foren, Social Commerce Plattformen und Mikroblogs, die über Kanäle wie das Internet, mobiles Internet, RSS und Aggregatoren etc. verbreitet werden.”
Eine kurzweilige und interessante Erklärung zu Social Media kommt von Commoncraft mit dem Video Social Media in plain English (öffnet mit Easy You-Tube Player)
“Facebook ist eine Website zur Bildung und Unterhaltung sozialer Netzwerke. (…)Jeder Benutzer verfügt über eine Profilseite. Auf dieser können Fotos und Videos hochgeladen werden und die Benutzer sich vorstellen. Freunde können Nachrichten auf der Pinnwand des Profils hinterlassen. Im Gegensatz zu diesen öffentlich einsehbaren Nachrichten können sich Benutzer auch untereinander persönliche Nachrichten schicken oder chatten. Ebenso können Nutzer Notizen/Blogs veröffentlichen. Es gibt eine Funktion zum Planen von Events und Gruppen, in denen Freunde zu Gruppen und Events eingeladen werden können und Fotos hochgeladen werden können. Facebook verfügt außerdem über einen Marktplatz, auf dem Benutzer Kleinanzeigen aufgeben und einsehen können. Durch eine Beobachtungsliste wird man über Neuigkeiten, zum Beispiel über neue Pinnwandeinträge auf den Profilseiten von Freunden informiert. Die Benutzer auf Facebook sind in Netzwerke eingeteilt, es gibt Universitäts-, Schul-, Arbeitsplatz- und Regionsnetzwerke. Mitte 2007 öffnete Facebook seine Seite für externe Programmierer. Seitdem entstanden zahlreiche eingebundene Programme von Fremdanbietern. Mittlerweile gibt es über 3.000 neue kleine Programme in Facebook, mit denen Facebookbenutzer interagieren können.”