Happy New Year - Iranische Völker feiern Neujahr
21. März 2009 von kp
Das Frühlings- und Neujahrsfest Nowruz wird von allen iranischen Völkern unabhängig von der jeweiligen religiösen Zugehörigkeit gefeiert und ist eines der ältesten Feste des iranischen Kulturraums. Gefeiert wird Nowruz seit mehr als 2500 Jahren. Das Neujahr beginnt exakt zur Frühlingstag- und Nachtgleiche und wird entsprechend für jedes Jahr neu berechnet. In diesem Jahr war die Frühlingstag- und Nachtgleiche am 20. März um 12:44 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.
Das Wort Nowruz (andere Schreibweisen sind Newrooz, Norooz, Nevroz) stammt aus dem Pahlawi und bedeutet “der neue Tag”. Als “Fest der Gemeinschaft und des Lebens” markiert es den Sieg des Lichtes über die Finsternis, des Guten über das Böse, des Frühlings über den Winter.
Nach iranischer Mythologie liegen die Wurzeln des Festes im erfolgreichen Kampf des Helden Djam gegen die Dämonen, der genau zur Tag- und Nachtgleiche zum König gekrönt wurde. Nach kurdischem Verständnis jedoch war der Volksheld Kawa Gründer des Nowruz, der an diesem Tag das Volk vom Drachenkönig Dahak befreite. Ein anderer Mythos wiederum berichtet von der Befruchtung der beiden Pflanzen Mischi und Mischiyane, durch die der erste Mensch entstand. Sein Geburtstag und damit die Geburt der Menschheit soll an Nowruz, also zur Tag- und Nachtgleiche, geschehen sein.
Den Jahreswechsel kündet der Hadschi Firuz an, eine Art Troubadour, der bekleidet mit roten Kleidern und mit schwarz geschminktem Gesicht vor allem in den Städten auftritt. Er erscheint zum Höhepunkt der Feierlichkeiten und verkündet mit seiner Musik den Beginn des Frühlings und des neuen Jahres.
Wichtiger Bestandteil der Nowruz-Bräuche ist das Neujahrsspeisetuch Haft Sin. Das Haft Sin besteht aus sieben Elementen, die alle den persischen Buchstaben “Sin” als Anfangsbuchstaben haben:

- Sabze (Weizensprossen),
- Samanu (ein süßer Weizenbrei),
- Sir (Knoblauch),
- Serkeh (Essig),
- Somagh (ein bestimmtes Gewürz),
- Sib (Apfel) und
- Sandjed (Maulbeeren).
Das sind alles Symbole der Erneuerung, der Schöpfung und der Gesundheit. Neben diese sieben Elementen werden eine Hyazinthe (Sonbol) und Sipand (Weihrauch) auf das Tuch gelegt.
Muslimische Familien legen außerdem einen Koran auf das Tuch, Christen eine Bibel und Gläubige der Zarathustrischen Religion ein Awesta. Zusätzlich wird ein Spiegel aufgestellt.
Über die Herkunft dieser Bräuche gibt es verschiedene Thesen. Die einen leiten die Ursprünge aus der Zahl sieben her, die in der Zarathustrischen Religion bedeutsam ist, andere betonen die Ähnlichkeit mit einem alten Speisetuchbrauch, der zu Ehren verstorbener Verwandter durchgeführt wurde.
Der 21. März ist auch der Beginn des neuen Jahres nach dem Bahai-Kalender.
Auch für die Aleviten ist der 21. März ein wichtiges Datum und ein Feiertag. Es ist der Geburtstag des Heiligen Ali, der am 21. März 598 nach unserer Zeitrechnung in Mekka geboren wurde.
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Sandjed-Sendched wird unterschiedlich in den jeweiligen Ausführungen zu den 7-Sin Sachen übersetzt. Bisher habe ich den richtigen Namen/richtige Benennung noch nicht gefunden:
Wilde Olive oder
Maulbeere
sind nicht richtig.
Tut ist die Maulbeere. Maulbeeren gab es auch in Deutschland.
Gern hätte ich die richtige Bezeichnung von Sendched gewusst. Also suche ich mal weiter - vielleicht in einem botanischem Buch?!
Mir war bisher nicht bewusst, dass die Übersetzung aus der ich das habe, nicht richtig sein könnte. Ein Buch über Botanik könnte hilfreich sein - oder jemand der persisch spricht. Ich werde mich auch nochmal erkundigen.