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Vom 22. bis 24. April findet in Marburg die Gründungstagung des Zentrums für Interdisziplinäre Religionsforschung statt. Thema der Tagung: “Religiöse Minderheiten und gesellschaftlicher Wandel“:

“In Zeiten zunehmender Wichtigkeit von Religionsfragen auf der einen, Ethnisierung von Religion und Säkularisierung auf der anderen Seite ist die Analyse der Dynamik religiöser Minderheiten für das Verständnis individueller, gesellschaftlicher und politischer Prozesse unabdingbar.

Der Blick auf religiöse Minderheiten schließt notwendigerweise den Blick auf Mehrheiten und die Frage nach Dominanz und der Dynamik von Marginalisierungsprozessen mit ein. Das zu untersuchende Feld umfasst dabei sowohl die großen etablierten religiösen Traditionen, Systeme und Organisationen als auch deviante Gruppen, Abspaltungen und religiöse Neugründungen sowie solche neuen Formen von Religionen, die nicht institutionalisiert sind, sondern im Kontext individualistischer Glaubensformen und halbprivater Gemeinschaften zu finden sind.

Die Analyse dieser Kontexte richtet sich dabei sowohl auf soziale, politische und historische Rahmenbedingungen als auch auf die Erforschung religiöser Phänomene und Strömungen im engeren Sinne. Der Blick auf Prozesse der Tradierung, Kanonisierung, Normierung und auch Spezifizierung sowie Abgrenzung erhält dabei eine besondere Bedeutung.”

Weitere Informationen zur Tagung “Religiöse Minderheiten und gesellschaftlicher Wandel”.

Bereits im Januar hat der Wissenschaftsrat die “Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen” veröffentlicht. In diesen Empfehlungen geht auch um die Zukunft der universitären Religionswissenschaft in Deutschland. Ich werde die Empfehlungen in diesem Post nicht kommentieren. Dies liegt nicht daran, dass ich keine Meinung dazu hätte, sondern daran, dass ich mangels ausreichender Zeit noch nicht dazu gekommen bin, das 158 Seiten starke Werk zu lesen: Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen (PDF).

Unter dem Titel “Religionswissenschaft Reloaded: Perspektiven im 21. Jahrhundert” findet vom 13. bis 16. Mai das 17. Studierendensymposium der Religionswissenschaft statt, zum zweiten Mal in Hannover. Das viertägige Programm, das von Studierenden für Studierende gestaltet wird, umfasst neben Vorträgen auch Workshops, bei denen die Teilnehmer/-innen eigene wissenschaftliche Projekte vorstellen und fachlich diskutieren können. Die Förderung und Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie ein hochschulpolitischer und persönlicher Austausch stehen damit im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Inhaltlich setzt sich das Symposium im Jahr 2010 unter dem Motto “Religionswissenschaft Reloaded” insbesondere mit der Positionierung der Religionswissenschaft und ihren Aufgaben im 21. Jahrhundert auseinander.

Am Samstag, den 15. Mai, findet um 16.30 Uhr im Kesselhaus ein Public Panel statt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Der Eröffnung der Veranstaltung durch die Schirmherrin Edelgard Bulmahn folgt eine Podiumsdiskussion mit folgenden Personen: Prof. Peter Antes (Hannover), Prof. Christoph Bochinger (Bayreuth) sowie Prof. Edith Franke (Marburg). Das Public Panel ist öffentlich.

Anmeldungen zum Symposium werden bis zum *bis zum 31.03.2010 *entgegen genommen.  Das Anmeldeformular findet sich auf der Website: www.religionswissenschaft- reloaded.de

Conference of the International Consortium for Research in the Humanities

25–27 January 2010, Ruhr-University Bochum, Germany
weiter lesen: “Trading Religions” - Religious Formation, Transformation and Cross Cultural Exchange between East and West” (25. bis 27. Januar 2010 in Bochum)

Die Freunde und Förderer der Religionswissenschaft Leipzig e.V. führen in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Institut die Vortragsreihe „Quo Vadis Religionswissenschaft?“ fort.

Termine für das Wintersemester 2009/10

Dienstag, den 1. Dezember 2009

Sebastian Murken (Marburg / Mainz): „Zwischen den Stühlen: wie die Religionspsychologie die Religionswissenschaft bereichern kann“

Dienstag, den 19. Januar 2010

Lucian Hölscher (Bochum): „Religionsgeographie und Religionswissenschaft“

Ort

Die Vorträge finden wie gewohnt am Dienstag, 18 Uhr s.t. im Religionswissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig (Schillerstraße 06) im Raum S 102 statt.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein kleiner Umtrunk mit Knabbereien statt. Die Kosten betragen 50 Cent pro Person.

Weitere Informationen zu Quo Vadis Religionswissenschaft.

von Anna Neumaier, M.A

Alle zwei Jahre lädt die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) zur religionswissenschaftlichen Fachtagung ein – Gastgeber des 29. Kongresses war in diesem Jahr CERES, das Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum. Veranstaltet wurde die Tagung in Kooperation mit dem Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung (IKGF) “Dynamics in the History of Religions” an der Ruhr-Universität Bochum. Der Kongress stellte zugleich die Jahrestagung des IKGF dar.

“Dynamiken der Religionsgeschichte – Historische und gegenwärtige Perspektiven” war das Leitthema der diesjährigen Tagung. Dahinter steht die Annahme, dass sich die großen religiösen Traditionsgeflechte (die sog. Weltreligionen) und weitere religiöse Traditionen nicht nur, aber wesentlich im wechselseitigen, diachronen und synchronen Kontakt miteinander konstituieren, ausbreiten und weiterentwickeln. Sie sind keine monolithischen Blöcke, sondern stellen bereits in der formativen Phase Amalgamierungen, gleichsam verdichtete Geflechte verschiedener religionsgeschichtlicher Strömungen dar. In der Phase ihrer Etablierung und Ausbreitung changieren die religiösen Traditionen dann zwischen der Aufnahme von Elementen anderer religiöser Traditionen und neuerlicher Verdichtung. Im Zusammenhang mit den Religionskontakten zwischen Adaption und Abgrenzung konstituieren sich religiöse Felder, die zugleich mit ihren gesellschaftlichen Umwelten in Austauschprozessen stehen.
weiter lesen: Tagungskurzbericht: Kongress der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft in Bochum 2009

Presseerklärung zum Dissertationspreis der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) 2009

Die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) hat auf ihrer vom 20. bis 24. September 2009 stattfindenden Fachtagung in Bochum die Dissertationen zweier Nachwuchswissenschaftler prämiert.

Um besonders begabte junge Forscher und Forscherinnen zu fördern, verleiht die DVRW alle zwei Jahre einen Preis für hervorragende Dissertationen im Fach Religionswissenschaft. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wird dieses Jahr geteilt, und es werden zwei exzellente Arbeiten ausgezeichnet.

Zum einen wird die Dissertation von Frau Dr. Dagmar Fügmann, die an der Universität Würzburg das Thema “Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland” behandelte, geehrt. Die Arbeit beschäftigt sich eingehend mit der Praxis, Konzepten und dem Selbstverständnis von Einzelpersonen und Gruppierungen, die sich selbst als Satanisten bezeichnen, und untersucht damit erstmals dieses komplexe Feld.

Zum anderen wird die Dissertation von Dr. Oliver Grasmück zum Thema “Penablanca, Chile 1983-1988 – Eine Marienerscheinung unter der Pinochet-Diktatur” prämiert, die im Juli 2008 an der Universität Bremen vorgelegt wurde. Er geht darin auf die in den 80er Jahren berichteten Marienerscheinungen eines jungen Chilenen, ihre Verbreitung und Rezeption in der chilenischen Gesellschaft und ihre Entwicklung bis hin zur Institutionalisierung ein. Durch die interdisziplinäre Einbeziehung soziologischer, historischer, institutionsgeschichtlicher, psychologischer, kirchenrechtlicher und politischer Aspekte vermittelt er einen außergewöhnlichen Einblick in die religiöse Welt Chiles der 80er Jahre einerseits und die Dynamik von Marienerscheinungen andererseits.

Beide Arbeiten verdeutlichen die historische und gegenwärtige Brisanz religiöser Phänomene und die Bedeutung ihrer Erforschung. Die Auszeichnung der beschriebenen Arbeiten durch die DVRW gibt somit auch einen Einblick in die Dynamik des Faches “Religionswissenschaft” und seine gesellschaftliche Relevanz.

Frisch erschienen:

Manfred Hutter (Hg.): Religionswissenschaft im Kontext der Asienwissenschaften. 99 Jahre religionswissenschaftliche Lehre und Forschung in Bonn

Seit 1910 ist an der Universität Bonn das Fach Vergleichende Religionswissenschaft etabliert, das in enger Wechselwirkung zu den Asienwissenschaften steht. Professor(inn)en verschiedener Universitäten als Absolventen des Religionswissenschaftlichen Seminars und aktuelle Mitarbeiter(innen) sind die Autor(inn)en dieses Bandes. Mit Beiträgen zu Methoden- und Theoriefragen, Analysen von Teilen des uvres der in Bonn tätigen Professoren Carl Clemen ( 1940), Gustav Mensching ( 1978) und Hans-Joachim Klimkeit ( 1999) und mit religionshistorischen Detailstudien geben sie Einblick in die Bonner Ausrichtung des Faches.

Religionen in der pluralen Welt. Religionswissenschaftliche Studien, Bd. 8, 283 S., 34,90 €, br, ISBN 3-643-10332-1
weiter lesen: Festschrift zur Religionswissenschaft in Bonn erschienen

Die Geburtskirche in Betlehem gehört zu den wenigen vollständig erhaltenen frühchristlichen Sakralbauten. Panoramas.dk hat ein sehr schönes 360 Grad Panorama dieses frühen christlichen Kirchengebäudes, in dem bis heute Gottesdienste abgehalten werden: Betlehem Nativity Church - 360 Grad Panorama.

Hilfe zur Bedienung: Die Panoramen können sowohl über die Maus als auch über die Tastatur gesteuert werden. Mit der Maus kann man sich innerhalb des Panoramas bewegen, indem man die linke Maustaste gedrückt hält; außerdem können die Pfeiltasten verwenden. Mit der Tastatur kann man in die Panoramen zoomen (Hinein mit der Shift-Taste, heraus mit der Strg-Taste). Benötigt wird Quicktime, da die Panorama-Technik mit Quicktime VR von Apple realisiert wird.

des Instituts für Theologie und Religionswissenschaft sowie des Instituts für Soziologie im Rahmen des interdisziplinären Masters Religion im kulturellen Kontext

Termine und Themen:

Dienstag, 20.10.2009 18.00 - 19.30 Uhr
Prof. Dr. Detlef Pollack (Soziologie Universität Münster / Frankfurt Oder): Religiöser Wandel in modernen Gesellschaften
Dienstag, 10.11.2009 18.00 - 19.30 Uhr
Dr. Thorsten Paprotny (Philosophisches Seminar LUH): Der Protestantismus als Kritik und Gestaltung. Paul Tillich und die soziale Frage.
Dienstag, 8.12.2009 18.00 -19.30 Uhr
Prof. Dr. Dr. Peter Antes (Abteilung Religionswisenschaft LUH): Islam in Europa
Dienstag, den 12.01.2010 18.00 - 19.30 Uhr
Prof. Dr. Edith Franke (Religionswissenschaft Universität Marburg): Religionswissenschaftliche Perspektiven auf gesellschaftliche Transformationsprozesse (Arbeitstitel)

Ort:

Raum 1211.105 (Schlosswender Straße 1)

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