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Die Marburger Religionswissenschaft und die Religionskundliche Sammlung in Marburg bieten in Zusammenarbeit mit dem Rathaus der Stadt Marburg ein vielversprechendes Begleitprogramm zur laufenden Ausstellung “Tibet in Marburg” an: Die Marburger Tibetwochen (16. bis 27. Juni 2008).

Hier seien nur einige der Vorträge und Veranstaltungen erwähnt:

  • Thangkas - gemacht für die Ewigkeit? Konservierung und Restaurierung tibetischer Kulturschätze. Workshop und Vortrag mit der Diplom-Restauratorin Ute Griesser (Köln)
  • Vortrag: Aggressivität und Erotik in der Meditation des tantrischen Buddhismus. Dr. Peter Gäng (Indologie, Berlin)
  • Vortrag: Landschaft ist mehr als das Auge sieht. Geomantie und Klosterarchitektur in Tibet.PD Dr. Ulrike Roesler (Indologie/Tibetologie, Freiburg)

Die Marburger Tibetwochen beginnen - nach der Eröffnung - mit der feierlichen Präsentation des Ausstellungskataloges von Tibet in Marburg, veröffentlicht beim Diagonal Verlag.

In der zweiten Woche werden tibetische Lamas ein Avalokiteshvara-Sandmandala erstellen, das nach der Abschlusszeremonie wieder aufgelöst wird.

Termine und weitere Informationen bei der Marburger Religionswissenschaft.

ReligioSplitter (9)

Logo Religion am Mittwoch
Am 11. Juni wird die Veranstaltungsreihe “Religion am Mittwoch” mit dem Vortrag “Seele - Sprache - Macht. Zu einem Menschenbild am Amazonas, das wir kaum verstehen” fortgesetzt. Referent ist Prof. Dr. Mark Münzel aus Marburg.

“Religion am Mittwoch” ist eine gemeinsame Veranstaltung des Fachgebiets Religionswissenschaft und der Religionskundlichen Sammlung der Philipps-Universität und des Marburger Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes e. V. (REMID).

Traditionell beginnt die Veranstaltung um 17:30 Uhr mit einer themenbezogenen Führung durch die Religionskundliche Sammlung. Um 18:00 Uhr beginnt der Themenabend, der mit einem kleinen Umtrunk um 20:00 Uhr ausklingt.

Manchmal begegnen einem in der wissenschaftlichen Blogosphäre bereits sehr früh am Tag interessante Themen: Warum bloggen Wissenschaftler eigentlich, warum sollten sie es tun und warum tun es einige nicht? Damit hat sich vor einigen Tagen Owen Wiltshire von Another Anthro Blog beschäftigt, genauer mit der Frage weiter lesen: Warum bloggen Wissenschaftler, warum sollten sie es tun und warum tun es andere nicht?

Unfassbar?! - Allerdings

Symbolfotos haben so ihre Tücken. Ein Symbol (das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Etwas Zusammengefügtes) ist laut Wahrig

“(ein) Sinnbild, bildhaftes Zeichen, das einen tieferen Sinn ausdrückt”

In der Ausgabe von 1968 (Wahrig: Deutsches Wörterbuch) steht ergänzend: “oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit diesem”.

Was den Kölner Express wohl dazu getrieben hat, die jüngsten Fälle von Hexenverbrennung in Westkenia mit einem Symbolfoto mit weißen!!! verschleierten Muslima zu “garnieren” und dadurch implizit einen Zusammenhang mit “dem Islam” herzustellen, kann wohl nur der dort zuständige Redakteur selber beantworten.

Oder sollte es um mittelalterlich gehen (Funkgerät?) und es war gerade kein passendes Symbolfoto der mittelalterlichen Hexenverbrennungen vorhanden?

Aber: Unfassbar? Allerdings! Das ist wirklich unfassbar.

Symbolbild Muslima

via Stefan Niggemeier und politischkorrekt.

Die DPA meldet (zit. nach Tagesspiegel):

“Der Mob wütete und verbrannte aus Angst vor Hexerei elf Menschen bei lebendigem Leib: Nach dem grausigen Fall von Lynchjustiz in Kenia sind nun 19 Menschen festgenommen worden. (…) Die Festgenommenen werden verdächtigt, zu den Taten in einem Dorf nahe der westkenianischen Stadt Kisii aufgerufen zu haben. (…) Am Mittwoch hatte ein Mob acht Frauen und drei Männer im Alter von 80 bis 96 Jahren bei lebendigem Leib verbrannt. Auch die Hütten und das Eigentum der angeblichen Hexen wurden zerstört. (…) Verbrennungen angeblicher Hexen kommen immer wieder vor. Es ist allerdings selten, dass so viele Menschen gleichzeitig Opfer des Aberglaubens werden.”

Westkenia! Die 12 bis 20 Prozent Muslime in Kenia leben jedoch vor allem in Ostkenia und sind mit Sicherheit wohl eher nicht weiß.

Sofern es sich bei diesem Fall von Hexenverbrennung in der Kisii Region um Angehörige der Ethnie der Kisii (Gusii) handelt, (das geht aus den Meldungen nicht ganz eindeutig hervor, weiß jemand mehr?) ist der dort weit verbreitete Hexenglauben Teil der traditionellen Religion der Kisii:

As with the neighbouring Luo, the Gusii believed that death was unnatural. It was frequently blamed on witchcraft (oborogi; the word is similar to the words used by other Bantu-speaking peoples such as the Kikuyu, Meru, Embu and Mbeere). (…) The Gusii had, and still have a clear distinction between the ‘healer’ and the ’sorcerer’ and ‘poisoner’. The healer was loved by all but sorcerers and poisoners (often called witches) were feared, as indeed they still are. (Quelle: Gusii religion and beliefs)

Der traditionellen Religion gehören noch ca. 18 Prozent der Kisii an, aber auch unter den restlichen 82 Prozent der Kisii ist der Hexenglauben noch weit verbreitet und Schilder mit der Aufschrift “AIDS is not witchcraft - AIDS is real” sind in dieser Region keine Seltenheit.

Bereits im September/Oktober 1998 kam es dort zu Fällen von Lynchjustiz an vermeintlichen Hexen - zehn Menschen starben. Ein weiterer Fall trug sich 1993 zu. Die Opfer sind vor allem ältere Frauen und Männer.

Übrigens: 82 Prozent der Kisii sind (lt. Joshua Projekt) katholische Christen. Hier jedoch nun ein christliches Symbol zu verwenden wäre genauso unredlich zusammengefügt, wie die Verwendung des obigen Symbolfotos und mindestens genauso unfassbar. Ein Trauersymbol wäre sicherlich angemessener gewesen.

ReligioSplitter (8)

Fronleichnam, ein katholisches Hochfest (”Hochfest des Leibes und Blutes Christi”), gehört zu den beweglichen Feiertagen und wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest (Trinitatis) mit feierlichen Prozessionen begangen.

Die Datierung von Fronleichnam ist abhängig vom Osterfestkreis und fällt zwischen den 21. Mai und dem 24. Juni. Fronleichnam wurde erst relativ spät eingeführt und ist seit 1246 nachweisbar.
weiter lesen: Katholiken begehen Fronleichnam

In diesen Tagen steht Osnabrück ganz im Zeichen des Deutschen Katholikentages, der vom 21. bis 25. Mai unter dem Motto “Du führst uns hinaus in die Weite” stattfindet. Osnabrück ist die Stadt des westfälischen Religionsfriedens von 1648. Hier (und in Münster) wurden die Verträge geschlossen, die vor 460 Jahren den 30jährigen Krieg beendeten.

Erwartet werden bis zu 60.000 Teilnehmer - aufgerufen sich an gesellschaftlichen Debatten zu beteiligen.
weiter lesen: Deutscher Katholikentag eröffnet - Ökumene, Zen und Vertiefung des jüdisch-christlichen Dialoges?!

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